Beim Recruiting entscheidet nicht das Honorar über die Wirtschaftlichkeit, sondern die Nachbesetzungsgarantie. Ein Vermittler für 20 % ohne Garantie ist teurer als einer für 28 % mit sechs Monaten Nachbesetzung – denn wenn die Person nach acht Wochen wieder geht, zahlen Sie im ersten Fall doppelt. Fragen Sie deshalb zuerst nach der Garantie und erst danach nach dem Prozentsatz.
Orientierungswerte für den deutschen Markt. Was Sie tatsächlich zahlen, hängt vom Umfang ab – die verbindliche Zahl steht im Angebot des Anbieters.
| Leistung | Preisspanne | Wofür |
|---|---|---|
| Erfolgshonorar Direktvermittlung | 20 – 30 % des Bruttojahresgehalts | Zahlung erst bei erfolgreicher Besetzung. |
| Headhunting / Direktansprache | 25 – 35 % | Bei Führungspositionen und schwer besetzbaren Stellen. |
| Marktdurchschnitt laut BDU | rund 27,8 % | Über alle Positionen und Branchen hinweg. |
| Retainer-Modell | 3 Raten über die Laufzeit | Anzahlung, Zwischenrate, Schlusszahlung – üblich bei Führungssuche. |
| Festpreis je Besetzung | 3.000 – 12.000 € | Bei Fachkräften ohne Führungsverantwortung zunehmend verbreitet. |
Hinweis: Rechnen Sie das Honorar gegen die Kosten einer unbesetzten Stelle. Bleibt eine Position sechs Monate offen, entstehen meist höhere Kosten durch entgangene Aufträge und Mehrbelastung des Teams als durch die Vermittlungsgebühr.
Von der Beauftragung bis zur Vertragsunterschrift vergehen üblicherweise acht bis sechzehn Wochen, bei Führungspositionen länger. Hinzu kommt die Kündigungsfrist der Kandidatin oder des Kandidaten – bei drei Monaten zum Quartalsende sind das schnell weitere fünf Monate.
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Bei der klassischen Direktvermittlung erst nach erfolgreicher Besetzung, meist mit Vertragsunterzeichnung oder Arbeitsantritt. Beim Retainer-Modell fällt eine Anzahlung zu Beginn an – üblich bei Führungssuche, weil der Aufwand vorab entsteht. Lassen Sie sich die Fälligkeit schriftlich bestätigen.
Verlässt die vermittelte Person innerhalb einer vereinbarten Frist das Unternehmen, sucht der Vermittler ohne zusätzliches Honorar Ersatz. Üblich sind drei bis sechs Monate. Achten Sie auf die Ausnahmen: Häufig gilt die Garantie nicht bei betriebsbedingter Kündigung oder wenn sich die Stellenbeschreibung geändert hat.
Das hängt davon ab, wie gut Ihre eigene Suche funktioniert. Wenn Anzeigen genug qualifizierte Bewerbungen bringen, brauchen Sie keinen Vermittler. Bei Engpassberufen erreichen Sie über Anzeigen aber nur Wechselwillige – und das ist ein kleiner Teil des Marktes. Direktansprache erreicht die übrigen.
Ein präzises Anforderungsprofil erstellen und ehrlich zwischen Muss und Wunsch trennen. Schnell entscheiden – gute Kandidaten sind binnen zwei bis drei Wochen vom Markt. Und den eigenen Auftritt als Arbeitgeber prüfen: Bewerber schauen sich Ihre Website und Bewertungen an, bevor sie antworten.
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